Alle Schätze dieser Welt

Was macht die Wanderung aus, was ist das Besondere?

 

Zucker, Gewürze, Apfelsine, Zitrone, Ananas, Tee und Kaffee, Kakao waren einst Kostbarkeiten aus fernen Ländern, die gefahren- und entbehrungsreich mit Karawanen über Land, mit Karavellen über See transportiert wurden. Heute nehmen wir diese pflanzlichen Lebensmittel, Genussmittel als Selbstverständlichkeit wahr, kennen oft nicht ihre Herkunft, Stammpflanze. Botanische Gärten bieten die Möglichkeit, in kurzer Zeit eine sichere „Rundreise“ durch die Herkunftsländer zahlreicher tropischer und subtropischer Nutzpflanzen zu unternehmen. Unsere Wanderung bietet die Möglichkeit zu einer Kurzwanderung durch das Universitätsgelände in den Neuen Botanischen Garten mit seinen nach Klimazonen, Erdteilen, systematisch angelegten Außen-Bereichen, auch einen Arznei- und Kräutergarten, und dem Gewächshaus.

Wegbeschreibung

 

Von der Bushaltestelle „Universität“ an der Alten Mensa gehen wir an der Olshausenstraße bis zum Otto Hahn-Platz, wo wir die Institute der Anorganischen und Organischen Chemie sehen. Otto Hahn war Chemiker und hat die Kernspaltung entdeckt. Über den Platz gelangen wir zur Max Eyth-Straße, wo wir links abbiegen. Über die Max Eyth-Straße wandern wir vorbei am Otto Diels – Institut für Organische Chemie und dem ehemaligen Radioteleskop der Astrophysik in den Christinenweg.  

Otto Diels (1876-1954) hat in Kiel am ehemaligen Chemischen Institut in der Brunswiker Straße gearbeitet und 1950 den Nobelpreis erhalten. Dem Institut für Astrophysik hat der Physiker Albrecht Unsöld (1905-1995) einen internationalen Ruf erarbeitet. Nach der Promotion mit 21 Jahren und der Habilitation mit 25 Jahren wurde er 1932 als Professor für theoretische Physik an die Universität Kiel berufen. Sein Hauptarbeitsgebiet blieb die Quantenphysik der Sternatmosphären.  

Wir überqueren auf dem Christinenweg die Fußgängerbrücke über den Olaf Palme Damm, gelangen an die schön gelegenen Seen an der neuen Mensa am Biologiezentrum. In den Schwarzen Weg gehen wir rechts ab am Ufer eines Sees entlang und gelangen vorbei am Biologie-Zentrum an den Nebeneingang des Botanischen Gartens. Über diesen oder den etwa 100 m entfernten Haupteingang gelangen wir in den Botanischen Garten, der zu jeder Jahreszeit Sehenswertes bietet.  

 

Im Gewächshaus mit seinen unterschiedlichen Klimabereichen sollten wir in jedem Fall anschauen den Ceylon-Zimtbaum (Cinnamomum verum), den Kautschukbaum (Hevea brasiliensis), die Orchidee Vanille (Vanilla planifolia), den 

Gewürznelkenbaum (Syzyginum aromaticum), den Kakaobaum (Theobroma cacao), den Muskatbaum (Myristica fragrans), die Banane (Musa paradisiaca). Im Nebelwaldhaus kann man sich eine Vorstellung von den Wäldern der Karbonzeit vor 300 Millionen Jahren machen. Im Mediterranen Garten sind Pflichtobjekte die Korkeiche (Quercus suber), der Lorbeer (Laurus nobilis), der Ölbaum (Olea europaea). Auch das Subtropenhaus wartet mit bekannten, weltwirtschaftlich bedeutenden Nutzpflanzen auf: Kaffee (Coffea liberica, Coffea arabica, Coffea robusta), zahlreiche Citrus – Arten, Mate – Tee (Ilex paraguariensis), Schwarzer, Grüner Tee (Camellia sinensis), Baumwolle (Gossypium arboreum). Die Arid-Häuser Amerika und Afrika vermitteln einen hochinteres-santen Eindruck, wie Evolution aus völlig verschiedenen Pflanzen-familien gleichartig an Trockenheit und Hitze angepasste Organismen formen kann. Durch ein letztes feucht-warmes Gewächshaus verlassen wir die Anlage, nicht ohne uns die Goethea, das Schicksale formende Zuckerrohr (Saccharum officinarum) die empfindliche Mimose (Mimosa pudica) anzuschauen, die blaue Lotosblume (Nymphaea caerulea), heilige Blume der Ägypter, Sinnbild der Fruchtbarkeit, der Isis und dem Osiris geweiht, Sinnbild der Schöpfung, aus deren Kelch die Sonne hervorgeht und wieder aufgenommen wird, und die herrlichste aller Seerosen, die Victoria regia aus dem Stromgebiet des Amazonas.  

Beeindruckt verlassen wir die Gewächshäuser, den Botanischen Garten über das Tor am Olaf Palme-Damm zur Neufeldt-Straße, vorbei am Nordfriedhof, der sehenswert ist, gelangen auf den Westring, den wir überqueren. An der Elsa-Brandström-Schule biegen wir rechts ab in einen Fußweg  vorbei am Wasserturm Ravensberg.  

Der Wasserturm spielte eine bedeutende Rolle in der Wasserversorgung der aufstrebenden Stadt Kiel. Bis 1880, als die Bevölkerung schon über 40 000 Einwohner betrug, mussten sich die Kieler noch mit Brunnen und primitiven Wasser-leitungen begnügen, die das Wasser aus dem Galgenteich am Exerzierplatz und aus dem Schreventeich mit geringem Gefälle heranbrachten. Erst 1879 wurde an der Lübecker Chaussee ein erstes modernes Wasserwerk mit einem unterirdischen Wasserbehälter und einer Pumpe gebaut, 10 Jahre später wurde das Wasserwerk am Schulensee in Betrieb genommen. 1898 wurde auf dem Ravensberg ein Wasserturm gebaut mit einem Fassungsvermögen von 1500 m3 Wasser. 1910 wurde im Schwentinetal ein weiteres Wasserwerk gebaut, um die inzwischen auf 200 000 Einwohner angewachsene Stadt mit Trink-wasser zu versorgen.  

 

Vor dem Tennisplatz biegen wir rechts ab, gelangen in die Ravensberg-Straße. Wir halten uns  auf dem Weg unter den Kastanien, queren an der Kreuzung die Niebuhrstraße, auf der wir auf die Olshausenstraße kommen, wo wir unser Ziel erreichen. Am „Oblomow“ sind wir stolz, nicht ein Dasein wie die berühmte Romanfigur zu fristen.

Bundesland: Schleswig–Holstein

 

Region: Stadt Kiel  

 

Wegezuordnung: keine    

 

Start- und Zielpunkt:  

Kreuzung Westring/Olshausenstraße            

24106 Kiel  

 

Verkehrsanbindung Auto:

Über die Stadtautobahn B 76  Abfahrt Universität nehmen, dann über Westring bis zur Kreuzung Westring/Olshausenstraße

 

Verkehrsanbindung ÖPNV:

Mit Buslinie 61/62 ab Kiel Hbf  bis Haltestelle Universität   

 

Rund- oder Streckenwanderung: Rundwanderung

 

Länge: 4-5  km

 

Geschätzte Dauer:   2 Std.   gemächlich  

 

Markierungszeichen:   keine  

 

Schwierigkeitsgrad:   leicht  

 

Anforderungen:  

durchgehend kinderwagengerecht: ja

Sicherung erforderlich: nein

barrierefrei: ja  

 

Besonderer Routencharakter: 3000 Schritte / Spaziergang Naturwanderung  

 

Begehbarkeit: ganzjährig  

 

Sehenswürdigkeiten:  

1. Neuer Botanischer Garten – Außenanlage      

2. Neuer Botanischer Garten - Gewächshaus      

3. Nordfriedhof

4. Wasserturm am Ravensberg  

 

Einkehrmöglichkeiten:  

Kiel      

Oblomow 

Hansastraße 82      

24118 Kiel      

Tel. 0431-801467      

www.oblomow-kiel.de      

Einkehr      

 

Kiel      

Campus suite      

Westring 389      

24118 Kiel      

Tel. 0431-8008632      

www.campussuite.de      

Einkehr    

 

Hinweis auf Karten:

Name:    

Radwege in Kiel 1 : 20000

Herausgeber: Tourist Information Kiel      

Neues Rathaus, 24103 Kiel  

 

Hinweis auf Wanderliteratur:

Titel: Tropische und subtropische Nutzpflanzen

Verlag: Botan. Institut und Botanischer Garten Heft 2 ISBN      

 

Titel: Die Pflanzen der Advents- und Weihnachtszeit

Verlag: Freundeskreis Neuer Botan. Garten der CAU ISBN      

 

Titel: Nutzpflanzenkunde

Verlag: Georg Thieme Verlag ISBN 3-13-530-401-9

 

Titel: Begegnungen mit Kiel

Verlag: Wachholtz - Verlag ISBN     3-529-02722-7    

 

Bilder: Interessengemeinschaft “Wanderbares Schleswig–Holstein“    

         

Ansprechpartner:  

Interessengemeinschaft “Wanderbares Schleswig–Holstein“

von Heyer, Wolfgang

Kuhlacker 32a

24145 Kiel

Tel. 0431-713495

www.wanderbares-schleswig-holstein.de  

 

Tourismusorganisation:

Tourist Information Kiel      

Andreas-Gayk-Straße 31      

24103 Kiel      

Tel. 0431-67910-0      

Fax 0431-67910-99      

info@kiel-tourist.de      

www.kiel-tourist.de      

9:00 – 18:30 Uhr  

 

Angaben zur Person:  

von Heyer, Wolfgang      

Tel. 0431 – 713495

Interessengemeinschaft      

“Wanderbares Schleswig-Holstein“ 

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