Wilde Weiden, eiszeitliche Täler

Was macht die Wanderung aus, was ist das Besondere?

 

Von Langwedel führt eine 15 km-Wanderung durch das Flora – Fauna – Habitat – Gebiet Sörener Forst, einen Forst, in dem die Erhaltungsziele moderner Waldwirtschaft erkennbar werden. In dem erst im Jahr 2007 übergebenen 120 Hektar umfassenden Wilde Weidegebiet Olendieksau, wird deutlich, welche Möglichkeiten die naturnahe Beweidung der Olendieksau-Niederung bietet. Am Pohlsee kann man begreifen, welche Schmelzwasserströme der Weichseleiszeit die heutige Seenkette Pohlsee, Manhagener See, Brahmsee, Borgdorfer See geschaffen haben. 

Wegbeschreibung

 

Der Ort Langwedel ist vom Brahmsee, Pohl- und Manhagener See sowie dem Lustsee umgeben und wird von der Olendieksau und der Mühlenau durchflossen. Am Ortsmittelpunkt erwartet uns ein Storchenpaar, auf frisch hergerichtetem Nest munter klappernd. Ein alter Volksglaube besagt, dass dem Haus, auf dem der Weißstorch nistet, Feuer und Blitz nicht schaden können. Vom Start- und Zielpunkt wandern wir kurz entlang der L 298 in Richtung Blumenthal, überqueren die Olendieksau, deren Verlauf in den Lustsee und aus dem weiten, südlich gelegenen Tal der Au wir von der Brücke beobachten können. Kurz darauf biegen wir in die Straße rechts ab in Richtung Sören, um nach etwa 100 m wieder rechts ab die Straße in Richtung Dätgen zu benutzen. Von hier werfen wir immer wieder einmal einen Blick in das weite Tal der Olendieksau, das wir noch durchwandern werden. Nach etwa 750 m, vor dem Ortsausgangsschild Langwedel nehmen wir den Feldweg links ab, der uns in den Sörener Forst bringt. Üppig buschige Knicks laden zum Botanisieren und zum Beobachten der Vogelwelt ein. Im Wald nehmen wir den Forstweg geradeaus, erkennen in dem anstehenden Mischwald den Baum des Jahres 2012, die Lärche, eine Art, die in SchleswigHolstein zwar nicht ursprünglich ist, aber Wind, hohe Niederschläge und niedrige Temperaturen gut verträgt.  

 

Im FFH-Gebiet Sörener Forst gelten die Ziele moderner Waldwirtschaft:

- Erhaltung natürlicher Standorte heimischer Baum- und Straucharten,

- Erhaltung eines ausreichenden Anteils von Alt- und Totholz, die  Lebensgrundlage zahlloser Käferarten und Pilze sind,

- Erhaltung von Höhlenbäumen für Spechte, Fledermäuse, Eulen usw.,

- Erhaltung weitgehend ungestörter Lebensräume wie Brüche, Kleingewässer,

- Erhaltung der Bodenstruktur, des Wasserhaushalts.   

 

 Dem Weg in den Forst folgen wir, bis wir auf den Hauptweg in südwestlicher Richtung stoßen. Hier wandern wir rechts ab, können vom Weg Eschenbestände an  Waldtümpeln bestaunen, den Waldmeister-Buchenwald, Buchenwald mit Unterholz aus Stechpalmen. Wir kosten vom Bitteren Schaumkraut, das aus feuchten Gräben in Massen wächst. Diesen Waldweg gehen wir, bis wir an einen Rastplatz der Autobahn A 7 stoßen, vom Lärm der Fahrzeuge verstört. Daher folgen wir dem kurzen Wegstück parallel zur Autobahn, queren nicht die Autobahnbrücke in Richtung Dätgen, sondern gehen rechts ab in Richtung Langwedel, zunächst vorbei an einem Hof zur Rechten. Nach einem Wäldchen zur Linken führt ein Weg links ab hinunter in das Tal der Olendieksau. Wir erkennen bereits künstlich angelegte Tümpel zur Wiederansiedlung von Amphibien.  

Wir überqueren die Olendieksau, schließen sorgfältig die Gatter, damit die Tiere der Wilden Weiden nicht den Grund verlassen können. Auf einer Anhöhe zur Linken machen wir einen einzelnen Bullen einer Heckrinderherde aus. Heckrinder sind aus verschiedenen Rinderrassen gezüchtete Rinder, die der Urform des einst in Mittel- und Westeuropa in offenen Laubwäldern, Waldsteppen, von Galeriewäldern durchzogenen Flussauen verbreiteten Auerochsen oder Ur entsprechen sollen. Hier im Gebiet der Olendieksau dienen sie der extensiven Beweidung. Auf großen Flächen wie hier erweist sich eine Mischbeweidung aus Rindern und Pferden als sinnvoll. Daher sehen wir auch Koniks, eine Rückzüchtung aus tarpanähnlichen Hauspferden, mit den typischen Merkmalen der Waldtarpane: graue Fellfarbe, dunkle Beine, Aalstrich auf dem Rücken. Auf unserem Weg bemerken wir, dass man versucht, der Olendieksau ihren ursprünglichen mäandrierenden Lauf wiederzugeben, so dass sich trockene, trittfeste Weiden und  sumpfige Feucht-Wiesen abwechseln. Von exponierten Stellen des Weges hat man einen grandiosen Blick auf das sich etwa zwei Kilometer nach Norden erstreckende Tal. Über den leider betonierten Moorweg geht es entlang des Talgrundes zurück in Richtung Langwedel. Unbedingt sollte man einen Blick über den zur Linken aufgeschütteten Wall nehmen. Die für den Bau der Autobahn ausgebeutete Kiesgrube ist inzwischen zu einem Naturkleinod geworden, von Tümpeln durchsetzt, mit Birken, Kiefern, Weiden bewachsen.  

Wir queren dann die Landstraße und gehen die gegenüberliegende Sackgasse hinunter, bis kurz nach einem S-förmigen Stück ein Weg rechts ab in das Tal der Mühlenau führt. Wir überschreiten die Holzbrücke über die Au, sind begeistert von der „Wildnis“ ringsum. Aber schon führt uns ein Fahrweg rechts ab, vorbei am Sportplatz von Langwedel, auf die Straße Langwedel-Warder. Hier biegen wir links ab, nehmen nach wenigen Metern rechts ab den Wanderweg in Richtung Pohlsee. Bald gehen wir auf einem schmalen Pfad, hoch über der Seefläche des Manhagener und Pohlsees. Die perlkettenartige Aneinanderreihung der Seen mit sich anschließenden Brahmsee und Borgdorfer See, die steil abfallenden Seeufer am 

Pohlsee, lassen ahnen, welche eiszeitllichen Schmelzwasserströme unter Gletschereis diese Formen geschaffen haben. Auf unserem Weg um den Pohlsee halten wir uns immer an die Wege in Ufernähe, bis uns der Weg hinauf führt, zur Linken ist der Toteissee Bocksee auszumachen. An der Kreuzung nehmen wir den Weg links ab, biegen nach etwa 250 m in Richtung Manhagen wieder links ab. Die Wasserkraft des Verbindungsgrabens zwischen Manhagener See und Brahmsee wurde früher durch eine unterschlächtige Wassermühle genutzt.  

Von Manhagen gehen wir noch etwa 1,5 km bis zu unserem Ausgangspunkt in Langwedel. Das Storchenpaar ist inzwischen ausgeflogen in Richtung Lustsee oder Olendieksau.

Bundesland:    Schleswig–Holstein

 

Region:     Landkreis Rendsburg-Eckernförde      

 

AktivRegion Mittelholstein

 

Wegezuordnung:   keine   

 

Start- und Zielpunkt:  

Bushaltestelle Langwedel, Denkmal      

bei der Alten Schule      

24631 Langwedel  

 

Verkehrsanbindung Auto:

Von der A 215 die Ausfahrt Blumenthal nehmen,  auf der L 298 in Richtung Nortorf bis Langwedel,  Ortsmitte an der Alten Schule fahren.  

 

Verkehrsanbindung ÖPNV:

Vom Kiel Hbf ZOB mit der Buslinie 4610 Kiel -  Nortorf - Itzehoe bis Langwedel, Denkmal fahren.   

 

Rund- oder Streckenwanderung:  Rundwanderung

 

Länge:     15 km

 

Geschätzte Dauer:   ca. 5 Stunden    

 

Markierungszeichen:  keine   

 

Höhenunterschied:  

Tiefster Punkt:  20 m  

Höchster Punkt:  35 m    

 

Anforderungen:

steile Passagen:   keine

durchgehend kinder- wagengerecht:    nein

barrierefrei:    nein  

 

Besonderer  Routencharakter:  

Naturwanderung      

Jugendwanderung   

 

Begehbarkeit:    ganzjährig   

 

Sehenswürdigkeiten:  

1.   Storchennest in Langwedel      

2.   FFH – Gebiet Sörener Forst      

3.   Weidelandschaft Olendieksau      

4.   Wassermühle Manhagen      

5.   Arche Warder Zentrum für seltene Nutztierrassen      

6.   Schoolkaat Langwedel   

 

Einkehrmöglichkeiten:  

Zum Amboss      

Kieler Straße 10      

24631 Langwedel      

Tel. 04329-912361      

Einkehr        

 

Farmküche Arche Warder      

Langwedeler Weg 11      

24646 Warder      

Tel. 04329-9134-16      

Übernachtung / Einkehr      

farmküche@arche-warder.de      

 

Gasthof zur Linde      

Dorfstraße 25      

24646 Warder      

Tel. 04329-333      

Übernachtung / Einkehr   

 

Hinweis auf Karten:

Name:     Wander- und Freizeitkarte Nr. 6       Rendsburg - Neumünster  1 : 50000

Herausgeber:    Landesvermessungsamt Schleswig – Holstein       3-89130-286-x 

  

Hinweis auf Wanderliteratur:

Titel:      Wilde Weiden zwischen Nord- und Ostsee

Verlag:     Husum Druck- und Verlagsgesellschaft ISBN      978-3-89876-556-5

Titel:      „Wilde Weiden“       Praxisleitfaden für Ganzjahresbeweidung       in Naturschutz und Landschaftsentwicklung Bezug über:    Bunde Wischen e.V.       Königswiller Straße 13, 24837 Schleswig  ISBN      978-3-00-024385-1

Titel:      Beweidung von Offen- und Halboffenbiotopen

Herausgeber:    Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und       ländliche Räume Schleswig-Holstein ISBN      978-3-937937-50-2

Titel:      Arten- und Lebensraumschutz in       Natura 2000 - Landeswäldern 

Herausgeber:    Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und       ländliche Räume Schleswig-Holstein ISBN       978-3-937937-41-0

Titel:      Die Entstehung Schleswig-Holsteins

Verlag:     Wachholtz Verlag ISBN      3-529-05316-3   

 

GPS-Tracks: Kai Zarp †

 

Bilder: Interessengemeinschaft  “Wanderbares Schleswig–Holstein“   

 

Kartenskizze: Kai Zarp †

  

Ansprechpartner:  

Interessengemeinschaft  “Wanderbares Schleswig–Holstein“  

von Heyer, Wolfgang  

Kuhlacker 32a  

24145 Kiel  

Tel. 0431-713495  

k-zarp@t-online.de  

www.wanderbares-schleswig-holstein.de    

 

Tourismusorganisation:  

Tourismus Nortorfer Land & Naturpark Westensee e.V.      

Niedernstraße 6      

24589 Nortorf      

Tel. 04392-89620

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