Vielfalt der Wälder

Was macht die Wanderung aus, was ist das Besondere?

 

Das Jahr 2011 wurde zum Internationalen Jahr der Wälder erklärt. Wälder dienen nicht nur der forstwirtschaftlichen Nutzung sondern auch der Erholung und Bildung von Menschen, der Erhaltung von Artenvielfalt und Lebensraum. Die Wanderung führt durch den ausgedehnten Sörener Forst, durch die feuchten Niederungen des Eidertals und die von mächtigen Buchen bestandenen Moränen der Blumenthaler Berge, auch Lebensraum typischer Frühlingsblüher und schattentoleranter Pflanzen. 

Wegbeschreibung

 

Vom Startpunkt beginnen wir die Wanderung hinein in den Manshagener Weg, überqueren nach etwa 300 m die Brücke über die L 298 (Blumenthal – Nortorf), biegen dann nach wenigen Metern in den Forstweg ein, der in den sich fast über eine Länge von 6 Kilometern erstreckenden Staatsforst Langwedel – Sören führt. Nach 150 m auf dem Forstweg hält man inne, denn man befindet sich genau auf dem 10. östlichen Längengrad, auf einer Linie, die von Spitzbergen über Trondheim, Oslo, Hamburg, Mailand, Tunis, Libreville in die Antarktis führt. Wir aber wandern weiter in südwestlicher Richtung, gelangen in das Langwedeler Holz, auch dieses wie der Sörener Forst durchzogen von zahlreichen Gräben, eingestreut feuchte Senken, an denen sich wasserbegleitende Erlen und Eschen wohl fühlen. Besonders wohltuend sind auf den trockeneren Grundmoränen die mächtigen Buchenbestände mit einzelnen Eichen, die im Frühjahr vor dem Austreiben des Laubes lichtdurchflutet sind und zahlreichen Frühlingsblühern wie vor allem den Buschwindröschen die Möglichkeit der vollen Blüte und Assimilation von Speicherstoffen geben.      Buschwindröschen     Blühst unterm Himmelssturz,     schön, rein, still in des Daseins Haft.     Leidend mit all deiner Kraft.     Denn das Leben ist kurz …       (Josef Weinheber 1892-1945) In der Broschüre „Arten- und Lebensraumschutz in Natura 2000 – Landeswäldern“ heißt es in der Einleitung: „Wir erkennen heute, dass wir naturnahe Wälder in vielfältiger weise brauchen. Sie erfüllen wichtige Funktionen für den Klimaschutz, den Erhalt der Biodiversität, bieten uns den Rohstoff Holz und die Möglichkeit zur Erholung. Auch unsere Mitgeschöpfe der Natur, die Pflanzen und Tiere, haben Anrecht auf ihre Lebensgrundlagen. Insbesondere unbewirtschaftete Naturwälder sind für diese Zielsetzungen wichtig.“  

Mit aufmerksamen Augen folgen wir dem Hauptweg durch den Staatsforst Langwedel-Sören, finden zwischen Buchen, diese in naturbelassenen Wäldern oft begleitend die Stechpalme, im Herbst kontrastreich mit ihren dunkelgrünen, glänzenden, derben Blättern und den roten giftigen Früchten. Nach etwa 2 Kilometern queren wir die Straße zwischen Sören und Langwedel, setzen unseren Weg auf dem leicht rechts versetzten Weg durch den Sörener Forst fort. Obwohl das Waldgebiet hier teilweise nur 500 Meter breit ist, hat man durch die wellige Natur der Landschaft doch den Eindruck von einem ausgedehnten, großen Waldgebiet, von schönen, auch alten Bäumen bestanden. Nach 2 Kilometern im Sörener Forst auf dem Hauptweg biegen wir nach links ab in Richtung Ochsenweide, verlassen den Wald, queren die die Stille zerreißende Autobahn A 215, gelangen zum Forst Jettbrook, in den wir von dem Landweg in Richtung Hoffeld eintauchen. Geradeaus führt uns der Waldweg durch den Jettbrook. An einem Wildgatter verlassen wir den Wald, queren die L 49, kommen zum hübschen Hofensemble Kielsland, nehmen dann am Waldrand des Kuhagen den Weg durch den Wald. Dabei halten wir uns auf einem Weg, der etwas beschwerlich durch eine Feuchtniederung führt, in östlicher Richtung, bis wir auf einen Querweg stoßen, an dem wir rechts ab, also in südlicher Richtung, abbiegen, um nach wenigen Metern, auf den Weg in Richtung Ziegelhof zu treffen, der uns wieder nach Richtung Osten aus dem Wald heraus führt, wo wir mit einem herrlichen Blick auf die weite Wiesen- und Ackerlandschaft, von wenigen Höfen betüpfelt, belohnt werden. Wir gelangen auf den Wirtschaftsweg von Hoffeld in Richtung Ziegelhof, folgen diesem Weg weiter in östlicher Richtung, bis wir auf die K 71 in Richtung Bordesholm treffen. Hier wandern wir links ab, zunächst hart der linken Straßenseite folgend, bis ein Fußweg uns bis Bordesholm aufnimmt. Kurz vor der Klosterinsel gehen wir rechts ab in den Mühbrooker Weg, von dem wir nach 200 Metern links ab in den Wald weichen. Wir gelangen an das dicht bewachsene Ufer des Bordesholmer Sees, genießen den Ausblick über die Seefläche. Vom Seeuferweg können wir aufsteigen zur Klosterkirche Bordesholm, erlangen  eine Ahnung von der Anlage des Augustiner Chorherren-Stiftes, die im frühen  14. Jahrhundert von Neumünster auf den Holm am Eidersteder bzw. Bordesholmer See verlegt worden ist. In Eiderstede hatte Hans Brüggemann seine Werkstatt, in der der berühmte Bordesholmer Altar oder auch Brüggemann-Altar, jetzt eindrucksvoll im Schleswiger Dom aufgestellt, entstanden ist. Bildhaft lässt sich die Geschichte Schleswig-Holsteins an der Klosterkirche ablesen. Herzog Friedrich von Gottorf ließ für sich und seine früh verstorbene Ehefrau, Anna von Brandenburg, eine Bronzetumba anfertigen, die eindrucksvoll die Mitte der Kirche ziert. Herzog Friedrich wurde später als dänischer König im Schleswiger Dom beigesetzt. 1665 wurde aus der aus dem Kloster hervorgegangenen Gelehrtenschule die Kieler Universität gegründet. Ab 1721 wurde die Klosterkirche Grablege der aus Schleswig vertriebenen Gottorfer Herzöge, auch von Herzog Carl Friedrich, Vater des russischen Zaren Peter III, Stammvater des russischen Zarenhauses. Auch der die Versöhnung zwischen Russland und Dänemark vermittelnde Caspar von Saldern, Herr auf Schierensee, hat hier seine Grablege.    

Beeindruckt verlassen wir die Klosterkirche, danken für das großartige Erlebnis auf dem bisherigen Weg, gelangen an die jedes Menschenleben weit überdauernde wohl mehr als 500-jährige Linde. Aus Sicht der Linde erst kürzlich wurde eine Tafel mit folgender Inschrift angebracht. Manches sah Dein gewaltiger Dom, hochrauschende Linde, Freude hast Du und Leid manches Geschlechtes geteilt: Größeres schautest Du nicht als der Holsten Erhebung, als Deutschland Wiedergeboren zum Reich. Künde den Enkeln das Wort! März 24, 1873. Wie viel Leid, aber auch Freude, hat die Linde seit dem miterlebt, über menschliche Größe schweigt sie schon immer. Niemand weiß ihr Blätterrauschen zu deuten. Von hier nehmen wir den Fußweg hinab zum See, halten inne im Blick, der von diesem auf die aufgehende Sonne gerichteten Kultplatz ausgeht. Vom See nehmen wir den Weg hinauf zur Heintze-Straße, wo wir nach wenigen Metern an der Galerie Leviathan in die Alte Landstraße abbiegen. Dieser folgen wir, vorbei am Schwalbenweg und dann halbrechts weiter auf der Alten Landstraße, bis wir auf die L 318 treffen, diese überqueren und unseren Weg auf dem Wirtschaftsweg in Richtung Schmalsteder Mühle fortsetzen, beeindruckt von der eiszeitlich geprägten Rinne zur Linken. Der Mühlenteich ist über den Stintgraben mit der Eider verbunden. Von der einst bedeutenden  Mühle von Schmalstede zeugen nur noch kümmerliche Reste. An den Mühlengebäuden vorbei führt der Weg durch einen Tunnel unter der L 49. Danach nehmen wir den Weg rechts ab nach Eiderkaten und Reesdorf. Ein weiter Blick auf das Eidertal versöhnt uns, vielleicht zusätzlich auf die Koniks und Heck-Rinder, die in den Eiderniederungen angesiedelt worden sind.  

Bei den Eiderkaten sollte man einen kurzen Abstecher zu der alten Eiderbrücke machen, die einstmals die Verbindung zwischen Hamburger Baum bei Kiel, Klein- und Groß Flintbek, klösterlich Techelsdorf, Reesdorf, Brügge ermöglichte. Dann kehren wir zurück, erinnert an dänisch beeinflusste Zeiten auf den als Eiderwanderweg gekennzeichneten Weg entlang des als eiszeitliches Tunneltal entstandenen Eidertals. Ein weites Tal bietet sich unseren Augen, deren Hänge von  14 m auf mehr als 40 m ansteigen. Kurz nach der Abzweigung des Weges nach Techelsdorf verlassen wir den EiderWanderweg, überqueren die Eider, gelangen an den Waldrand, wo wir den Weg rechts ab entlang des Waldrandes nehmen. Auf diesem aussichtsreichen Weg bleiben wir, bis der Weg hinauf in den Wald in Richtung Chaussee (L 318) führt.  

Wir queren die Landstraße, sehen dann schon linker Hand den Blumenthaler Weg, der über Grevenkrug, Manhagen zu unserem Ausgangs- und Zielpunkt in Blumenthal führt.

Bundesland:    Schleswig–Holstein

 

Region:  Kreis Rendsburg-Eckernförde

 

Wegezuordnung:   keine    

 

Start- und Zielpunkt:  

24241 Blumenthal, Ortsmitte      

Dorfstraße 24  

 

Verkehrsanbindung Auto:

Von der A 215 die Ausfahrt Blumenthal nehmen;  auf der L 298 in Richtung Langwedel/Nortorf  fahren, die nächste Abfahrt in den Ort  Blumen-  thal bis zur Bushaltestelle Blumenthal Ort.  

 

Verkehrsanbindung ÖPNV:

Von Kiel Hbf ZOB mit der Buslinie Kiel – Nortorf       – Itzehoe (Li 4610) bis Blumenthal Ort fahren.   

 

Rund- oder Streckenwanderung:  Rundwanderung

 

Länge:     21 km

 

Geschätzte Dauer:   7 Stunden    

    

Markierungszeichen:  keine   

 

Höhenunterschied:  

Tiefster Punkt:        14 m

Höchster Punkt:     57 m   

 

Anforderungen:

steile Passagen:   nie

durchgehend kinderwagengerecht:    nein

barrierefrei:    nein  

 

Besonderer  Routencharakter:   Naturwanderung   

 

Begehbarkeit:    ganzjährig    

 

Sehenswürdigkeiten:  

1.   FFH-Gebiet „Sörener Forst“      

2.   Klosterkirche Bordesholm      

3.   Schmalsteder Mühle      

4.   Eiderbrücke Reesdorf      

5.   Heckrinder und Koniks im Eidertal   

 

Einkehrmöglichkeiten:  

Villa Coloniale      

Ristorante Pizzeria      

Lindenplatz 6      

24582 Bordesholm      

Tel. 04322-886744      

www.villacoloniale.de      

Einkehr (tgl. ab 17:00 Uhr)      

 

Reesdorfer Gartencafé      

Böhnhusener Weg 2      

24241 Reesdorf      

Tel. 04322-2583      

Einkehr (Sbd / So /Fei)      

 

Gaststätte      

„An Dörpsdiek“      

Oberweg 4      

24220 Techelsdorf      

Tel. 04347-708600      

www.an-doerpsdiek.de      

Einkehr / Übernachtung)      

 

Hotel und Restaurant        

Auerhahn      

An der B 4  7      

24241 Grevenkrug      

Tel. 04322-2288      

Einkehr / Übernachtung     

 

Hinweis auf Karten:

Name:     Wander- und Freizeitkarte Nr. 8       Kiel - Plön  1 : 50000

Herausgeber:    Landesvermessungsamt Schleswig–Holstein       978-3-89130-288-0     

 

Hinweis auf Wanderliteratur

Titel:      Arten- und Lebensraumschutz in Natura 2000 -       Landeswäldern

Hrsg:      Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt und       ländliche Räume ISBN      978-3-937937-41-0

Titel:      Wälder brauchen Vielfalt

Hrsg:      DBV Naturerbe GmbH       Godesberger Allee 142-148, 53175 Bonn

Titel:      Ergebnisse der Waldzustandserhebung 2009

Hrsg:      Bundesumweltministerium

Titel:      Naturschutz 2020       20 Punkte für die natürliche Vielfalt

Hrsg:      Ministerium für Landwirtschaft, Umwelt       und ländliche Räume (2009)

Titel:      Mythos Baum Verlag:     BLV-Verlagsgesellschaft ISBN       3-405-15350-6

Titel:      Handbuch der Deutschen Kunstdenkmäler

Verlag:     Deutscher Kunstverlag ISBN       3-422-03033-6

Titel:      Natura 2000:       „Gebiet der Oberen Eider inklusive Seen“

Hrsg:      Landesamt für Landwirtschaft, Umwelt       und ländliche Räume des Landes       Schleswig-Holstein  

Titel:      Buchenwälder – vielfältig – einmalig - nachhaltig

Hrsg:      Deutsche Forstwirtschaft (DFWR) (2008)       Claire-Waldorff-Straße 7, 10117 Berlin   

 

Bilder:     Kai Zarp

 

Kartenskizze:    Kai Zarp

 

Ansprechpartner:  

Interessengemeinschaft  “Wanderbares Schleswig–Holstein“  

von Heyer, Wolfgang 

Kuhlacker 32a  

24145 Kiel  

Tel. 0431-713495  

www.wanderbares-schleswig-holstein.de   

 

Tourismusorganisation:  

TGM Touristikgemeinschaft Mittelholstein e.V.      

Niedernstraße 6      

24598 Nortorf      

Tel. 04392-89610      

www.mittelholstein.de

 

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